
Ausgestattet mit einem AMD Ryzen AI Z2 Extreme Prozessor, einem brillanten 7-Zoll-120-Hz-Display und einem beeindruckenden 80-Wh-Akku tritt die Ally X als ernstzunehmender Konkurrent zur Steam Deck OLED und Lenovo Legion Go 2 auf. Doch hält sie das Versprechen echten High-End-Gamings für unterwegs – oder bleibt sie ein weiterer Fall von „PC in der Tasche“, der an Windows-Eigenheiten scheitert?
Technische Spezifikationen
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Modell | ASUS ROG Xbox Ally X (RC73XA) |
| Prozessor (CPU) | AMD Ryzen AI Z2 Extreme |
| Grafik (GPU) | AMD RDNA 3 (2700 MHz) |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 24 GB LPDDR5X-8000 |
| Speicher | 1 TB PCIe Gen 4 SSD (M.2 2280, aufrüstbar) |
| Display | 7 Zoll IPS, 1920 × 1080 (Full HD), 120 Hz, 500 Nits, Gorilla Glass Victus |
| Audio | Duale Smart-Amp-Lautsprecher, integriertes Mikrofon |
| Batterie | 80 Wh Lithium-Ionen, 65 W Schnellladung über USB-C PD 3.0 |
| Abmessungen | 290,8 × 121,5 × 50,7 mm |
| Gewicht | 715 g |
| Konnektivität | Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 |
| Anschlüsse | USB-C 3.2 Gen 2 (DP 2.1 + PD 3.0), USB4 (DP 2.1 + PD 3.0, Thunderbolt 4-kompatibel), UHS-II microSD, 3,5 mm Kombibuchse |
| Betriebssystem | Windows 11 mit Xbox-Integration |
| Zusätzliche Funktionen | ROG Intelligent Cooling, Xbox Game Pass-Unterstützung, Armoury Crate SE Overlay |
| Beiliegendes Zubehör | 65W-Ladegerät, Ständer, Dokumentation |
Testkriterien
- Leistung & Hardware
- Display & Audio
- Ergonomie & Steuerung
- Kühlung & Thermik
- Akkulaufzeit
- Software & Ökosystem
- Konnektivität & Erweiterbarkeit
- Preis-Leistungs-Verhältnis
1. Leistung & Hardware
Die Ally X bietet mit dem AMD Ryzen AI Z2 Extreme, 24 GB LPDDR5X-RAM und einer 1 TB PCIe Gen 4 SSD Spezifikationen, die eher an ein kompaktes Notebook als an eine Handheld-Konsole erinnern. In der Praxis ist die Leistung exzellent: Anspruchsvolle Spiele wie Cyberpunk 2077 und Elden Ring laufen bei 1080p und mittleren Einstellungen flüssig – oft mit höheren Frameraten als beim Steam Deck OLED.
Der Sprung gegenüber dem Vorgänger ist zwar nicht riesig, aber deutlich spürbar – vor allem beim Multitasking und in Emulatoren. Die Möglichkeit, die interne SSD aufzurüsten, verleiht diesem Modell zusätzliche Zukunftssicherheit. Kurz gesagt: Die Ally X ist nicht nur für heutige Spiele, sondern auch für KI-gestützte Workloads der nächsten Generation gerüstet.
2. Display & Audio
Das 7-Zoll-Full-HD-120-Hz-IPS-Panel überzeugt mit Helligkeit (500 Nits), Schärfe und flüssiger Darstellung. Bewegungen wirken konsolenartig geschmeidig, und das matte Gorilla Glass Victus reduziert Spiegelungen effektiv. Zwar fehlt der OLED-Kontrast, doch die Farbgenauigkeit ist gut, und die hohe Bildwiederholrate lässt schnelle Spiele glänzen.
Die Smart-Amp-Stereolautsprecher liefern klaren Klang mit ordentlicher Kanaltrennung, auch wenn der Bass begrenzt bleibt. Für ernsthaftes Audio-Erlebnis sind kabelgebundene oder Bluetooth-Kopfhörer die bessere Wahl.
3. Ergonomie & Steuerung
Mit 715 Gramm Gewicht liegt die Ally X solide, aber ausgewogen in der Hand. ASUS hat die Griffe verbessert und die Tastenabstände angepasst, was zu einer natürlicheren Handhaltung führt. Das Xbox-Layout fühlt sich sofort vertraut an, und die Trigger bieten angenehmen Widerstand, wenn auch mit leicht „klickigem“ Gefühl.
Längere Spielsessions sind bequem, auch wenn die Ermüdung etwas schneller einsetzt als bei leichteren Geräten wie der Switch. Die Verarbeitung ist ausgezeichnet – das Gerät wirkt hochwertig und robust.
4. Kühlung & Thermik
Das ROG Intelligent Cooling-System von ASUS hält den Z2 Extreme effizient im Zaum. Zwei Lüfter und überarbeitete Luftkanäle sorgen für stabile Temperaturen bei langen Spielphasen, während der Geräuschpegel außerhalb des Turbomodus moderat bleibt.
Selbst bei hoher Last kommt es nicht zu thermischem Drosseln – die Bildraten bleiben stabil, ohne dass das Gerät überhitzt. Es ist eines der leisesten Hochleistungs-Handhelds auf dem Markt.
5. Akkulaufzeit
Mit seinem 80-Wh-Akku verdoppelt die Ally X die Laufzeit des ursprünglichen Modells. Erwartet werden können etwa 4–6 Stunden bei moderatem Spielen oder 1,5–2 Stunden bei AAA-Titeln im Turbomodus. Für diese Leistungsklasse ist das ordentlich, wenn auch weit entfernt von der ganztägigen Ausdauer einer Nintendo Switch.
Das Laden über USB-C Power Delivery (65 W) ist schnell und praktisch, was Zwischenladungen erleichtert. Die Akkulaufzeit bleibt die Schwäche leistungsstarker Handheld-PCs – aber ASUS hat den Abstand verkleinert.
6. Software & Ökosystem
Mit Windows 11 läuft die Ally X mit maximaler Flexibilität: Xbox Game Pass, Steam, Epic Games und sogar Produktivitätsanwendungen sind verfügbar. Nachteil: Windows wirkt auf einem Handheld immer noch unhandlich. Touch-Bedienelemente sind klein, Updates stören, und die Xbox-Überlagerung kann gelegentlich ruckeln.
Positiv ist, dass ASUS mit der Armoury Crate SE-Oberfläche die Bedienung erheblich verbessert, indem sie Leistungsmodi und Launcher zentralisiert. Mit Microsofts neuem Handheld-UI in Entwicklung könnte sich das Nutzererlebnis bald stark verbessern.
7. Konnektivität & Erweiterbarkeit
Die Ally X glänzt in Sachen Anschlussvielfalt: USB-C 3.2 Gen 2, USB4/Thunderbolt 4, Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.4 und ein UHS-II-microSD-Slot machen sie zu einem flexiblen Mini-PC. Docking an Monitore, eGPU-Verbindungen oder Speichererweiterung – alles problemlos möglich.
Ein zukunftssicheres, vielseitiges Gerät – eine Seltenheit im Handheld-Segment.
8. Preis-Leistungs-Verhältnis
Mit einem Preis von rund 999 USD gehört die Ally X zur Premiumklasse. Dafür erhält man Spitzenleistung, großen Speicher und umfangreiche Konnektivität – aber auch die typischen Eigenheiten eines Windows-Gaming-PCs.
Für Enthusiasten, die ein tragbares Kraftpaket suchen, das zugleich als Mini-Laptop dient, ist sie jeden Cent wert. Gelegenheitsspieler könnten hingegen mit günstigeren Alternativen wie dem Steam Deck OLED glücklicher werden.